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Kurzchronik des Zusammentreffens der Weißen mit den Aborigines:

Mit freundlicher Freigabe der Textauszüge aus dem Buch "Traumzeit – Das Geheimnis des Didgeridoo" von David Lindner, Traumzeit-Verlag 2004.


1616:
die Aborigines bekamen erstmalig von dem holländischen, weißen Entdecker Dirk Hartog Besuch, als dieser ungewollt mit seinem Schiff Arnhem auf einer Sandbank vor Australien auflief.

1623:
erneut landeten holländische Seefahrer an der Küste Australiens, um diese zu kartographisieren. Der heute geläufige Name "Arnhemland" stammt von dem damaligen Schiffsnamen ab.

1705:
die Aborigines der Tiwi-Inseln setzten erstmalig ein Zeichen, indem sie dem holländischen Kapitän Maarten van Delft und seiner Besatzung nach deren Landung Hab und Gut, sowie deren gesamte Kleidung raubten und allesamt verjagten.

1770:
diesmal landete James Cook während einer Forschungsreise an der Australischen Küste, nahe Sydney. Auch diesmal verlief die Begegnung mit den Aborigines eher unfreundlich. In Queensland traf er dann erstmalig auf friedliche Einwohner.

1788:
unter dem Flottenkommando von Arthur Phillips landete ein Flottenkommando von elf Schiffen und tausend Mann Besatzung an der Australischen Küste. Die Besatzung bestand aus siebenhundert Gefangenen und dreihundert Matrosen. Mit diesen ersten Weißen begann aus unserer geschichtlichen Sicht die Besiedlung Australiens. Das die Aborigines schon mind. 60.000 Jahre vorher auf Ihren Traumpfaden den Kontinent durchquerten, interessiert bis heute wenig Weiße. So wurde aus der Sicht der Aborigines der Name James Cook zum Symbol für das Denken der Weißen (die Ihr Land beschritten ohne zu fragen). James Cook annektierte Ostaustralien unter dem Namen Terra nullius ("unbesiedeltes Land")!

Die Schätzungen der Bevölkerungszahlen beliefen sich zu der Zeit auf ca.1 Million Aborigines.
Etwa hundert Jahre später ergaben neue Schätzungen eine Restbevölkerung von etwa fünfzigtausend.
Wo sind die 950.000 Menschen geblieben?
Sie wurden abgeschlachtet, oder von den eingeschleppten Krankheiten der "Siedler" dahingerafft!

Kein Wunder wenn der Eine oder Andere von Euch jetzt an die Vernichtung der Indianerstämme in den heutigen USA denkt. Oder an die Judenvernichtung zur Nazizeit oder, oder, oder……
Sicher ist das lange her und die heute lebenden Generationen haben meistens nichts mehr mit den damaligen Greultaten zu tun.
Und wer von den heutigen Generationen hört noch bei der Menge an
Medienberichten noch genau hin? 1% oder 10% der Zuschauer, bzw. Zuhörer?
Wer weiß…

Ich wusste bei den ersten Spielversuchen am Didge auch nicht, dass bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts Kopfgelder von 10 Dollar für Erwachsene und fünf Dollar pro Kind ausgesetzt wurden! So mancher Siedler soll gut daran "verdient" haben!
Und wenn ich lese, dass es Mode war, Tabaksbeutel und Hodensäcke erlegter Aborigines zu besitzen, stellte ich mir die Frage, wer eigentlich barbarischer war?
Die Indianer beim Töten der Weißen, oder die Weißen beim Töten der Aborigines?
Bis diese Menschenjagd vor etwa 70 Jahren aufhörte, wurden ganze Aboriginegruppen getötet, um einzelne Frauen zu entführen und dann nach Ihrer Benutzung zu entsorgen.
Die Aborigines kämpften zwar um Ihr Land und fügten den Eindringlingen erhebliche Verluste zu, doch letztlich hatten auch Sie gegen die Übermacht der weißen Siedler keine Chance.
Die britische Regierung hat sich bis heute nicht beim Volk der Aborigines entschuldigt!


1880:
Die überlebenden Aborigines wurden in Reservaten untergebracht und Ihrer Rechte beraubt.
Die Aborigine-Mischlinge kamen in Missionen, um dort von Ihrem "Irrglauben" getrennt zu werden, um dann von den Missionaren als Arbeitskräfte an Siedler verliehen zu werden.
Dafür erhielten sie immerhin in einigen Missionen Schutz vor den Übergriffen der Polizei und den Siedlern.

1930:
Die Australische Regierung beginnt mit der so genannten Assimilationspolitik. Diese beinhaltete, dass Aborigines-Mischlinge aller Generationen von Familie, Heimat und Kultur, sprich ihres Ursprungs beraubt wurden, um mit Leibeigenenstatus unter Siedlern ausgetauscht zu werden.
Trotz all dieser Versuche, ein Naturvolk auszurotten, gibt es heute wieder Aborigines, die für ihre Rechte kämpfen, ihre alten Traditionen (zu dem sicherlich auch das Didgeridoospiel gehört) und kulturellen Wurzeln an entwurzelte und eigene Kinder weiterzugeben.
Jetzt kann ich nur zu gut verstehen, warum Aborigines ihre kulturellen Hintergründe fast nie an Weiße weitergeben.
Darum wird wahrscheinlich auch die Bedeutung der echten Didgeridoobemalungen mit Recht immer ein Geheimnis dieser Urkultur bleiben.

Können wir Weißen ihnen dieses Geheimnis lassen?


1967:
Aborigines erhalten die Australische Staatsbürgerschaft, sowie Rechte, die allerdings nicht den Rechten der Weißen entsprechen. Nach und nach wurden dem alten Volk in Nordaustralien wieder Landrechte zugesprochen.

Aus meiner Sicht wurden die Aborigines so offiziell Ausländer in ihrem eigenen Land

1988:
die weißen Australier feierten das Jahr der Entdeckung Australiens ohne die Aborigines entsprechend zu erwähnen.
Für das Volk der Aborigines wurde dieser Tag zum Tag des Trauerns.

1992:
durch das Mabo-Urteil wurde die Terra-nullius Doktrin aufgehoben!

Übrigens stammt der allgemein bekannte Name Aborigine von weißen und bedeutet Ursprungsmensch.
Die Aborigines selbst nennen sich je nach Stamm z.B. Koori, Wonghi oder Yolngu, um nur einige zu erwähnen.
Hier halte ich den philosophischen Satz von David Lindner für treffend:
"Viele Namen gibt es, aber es gibt nicht Deutsche, Russen, und Irakis sondern es gibt nur Menschen!"


Zu weiteren Fakten und Zusammenhängen möchte ich Davids umfassendes Buch "Traumzeit" über das Didgeridoo empfehlen. Es enthält auch detaillierte Lehranleitungen.

(link zu Webseite Traumzeitverlag)